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Ohren zu: Laubbläser, Kettensäge, rolliger Kater
Vorige Woche widmete sich Seniorweb dem Thema Garten. Wir ergänzen die Artikelreihe mit einem Beitrag, mit dem wir uns den Geräuschen im Garten zuwenden. Nein, nicht dem Summen der Bienchen oder dem Zwitschern der Vögel. Sondern dem Lärm. Wir hören hin, wie nervtötende Rasenmäher, psychoaktive Laubbläser, gemütsfolternde Kettensägen oder hormongeflutete Kater lärmen. Wer den von uns gewünschten Effekt erzielen will, öffnet den Lautstärkeregler am Phone oder Computer.

Ist Lärm Geschmachsache? Nein, sicher gibt es wissenschaftlich klingende Studien, die einen traumatisierenden Effekt beweisen. Wer in diesen Wochen mit seiner Amboss-Schere oder dem Pendelhacker im Pflanzblätz werkelt, sollte wissen, auf was er sich einlässt.

 

Der Räsenmäher. In seiner Ultraform ist die Maschine ein getunter Rasentraktor. Solche Geschosse erreichen 100 Stundenkilometer Spitze und dürfen nur mit Helm benutzt werden. In Deutschland fahren die Traktor-Piloten Wettrennen. In der Schweiz sind die Mäh-Monster bisher noch nicht aufgetaucht, weder auf der Rennstrecke noch im Garten. Zum Glück. Die Testosteron-Boliden für Freizeitgärtner erreichen Dezibelwerte, die an startende Jets erinnern. Unser Tonbeispiel stammt nicht von einer solchen Rasensirene, sondern von einem vorortkompatiblen CH-Modell.

 

 

 

Die Kettensäge kommt in vielen Horrorfilmen vor. Sie wirkt dort genau so, wie wir uns das vorstellen. Die Rolle des Holzfäller-Werkzeugs in unseren Wäldern und Gärten ist nicht so widerwärtig. Aber immerhin: Das Ding lärmt, nervt, und schaufelt Akustik-Müll in unsere Gehörgänge. Aktuell spielt die Säge in der internationalen Politik eine unangenehme Rolle. Der brasilianiche Präsident Javier Milei schenkte im Februar Elon Musk ein solches Monster. Musk will jetzt nach eigenem Bekunden damit die US-Bürokratie zurechtstutzen. Wir haben hier nicht den Lärm von Elon Musks falsch singender Säge aufgezeichnet. Doch Lärm bleibt Lärm.

 

 

 

Der rollige Kater hat als Stalker der Tierwelt einen schlechten Ruf. Kein anderes Haustier wirbt so penetrant und ausdauernd um die Angebetete, deutlicher um die Angeschriene. Menschliche Stalker müssen mit Missgunst, Polizei und Verfügungen rechnen. Die Samtpfoten haben nichts Derartiges zu befürchten. Im Gegenteil. Katzenweibchen reagieren mit ganz und gar unschicklichem Einverständnis und höchst anzüglicher Körpersprache. Kater auf Liebestour haben Erfolg bei ihren Artgenossinnen. Bei uns allerdings lösen ihre Anstrengungen das pure Gegenteil aus: Geschimpfe, Gefluche, den gezielten Gutsch mit Wasser. Katzenfreundinnen und -feinde hören hier die amourösen Bemühungen eines 0815-Katers. ▼

 

 


Der Laubbläser.
In einigen Monaten wird das Laub-Blasorchester wieder «Autumn Leaves» anstimmen. Die «Fallenden Blätter» sind ein Lied, das schon viele gesungen haben, unter anderem Eric Clapton, Edith Piaf und Nat King Cole. Ein schöner Song. Und das pure Gegenteil, von dem, was Laubbläser anrichten. Ihre Kakafonie tönt umso schauerlicher als unklar ist, ob diese benzinbetriebenen Geräte überhaupt einen nützlichen Job machen. In der griechischen Mythologie muss Sisyphos einen Felsblock einen Berg hinaufwälzen. Oben rollt dieser jedes Mal wieder ins Tal. Alle Mühen (des Laub blasens) sind also für die Katze. Gerne hätten wir hier «Autumn Leaves» als Audio-Beitrag gebracht. Allein: Das Wahre ist wichtiger als das Schöne, drum die Laubbläser-Strafe. ▼